Wer etwas ändern will, findet einen Weg. Wer nichts ändern will, findet Antworten.
Das ist mein Motto, wenn ich gefragt werde, wie ich denn solche lange Wanderungen machen kann, wie ich das mit der Arbeit mache, mit Freunden und Bekannten oder wie ich das finanziell stemme, wie ich das plane oder auch wie ich das durchhalte, so lange zu laufen. Wie das mit dem Schlafen, Essen und/oder Verständigung ist, ob es gefährlich ist, etc.
Und dann antworte ich eben "Wer etwas ändern will, findet einen Weg, wer nichts ändern will, findet Antworten".
2025-05-01
Es wird Zeit die Startseite zu ändern.
Ich habe den Blog angefangen, als ich 2022 zum Nordkap laufen wollte. Bei der alten Startseite war ich aber zu sehr auf diese Wanderung fixiert.
Nunmehr habe ich ja schon wieder die Gelegenheit für längere Zeit eine Auszeit zu nehmen und wieder unterwegs zu sein.
Für meine Wanderung nach Rom habe ich noch ein Tagebuch in Papierform geführt, auch wegen der begehrten Pilgerstempel.
Ich finde es sehr schön, seine Gedanken festzuhalten, jeden Tag zu beschreiben, was man gesehen hat, wie es einem geht, was man erlebt hat, welche interessanten Menschen man begegnet ist, etc.
So ein handgeschriebenes Tagebuch hat aber den Nachteil, dass es keiner lesen kann, also nicht während meiner Wanderung und so musste ich dann doch immer wieder die gleichen Fragen mehrfach beantworten, wie beispielsweise ... Wo bist Du denn? Wie geht es Dir? Wie ist das Wetter gerade oder wann kommst Du endlich nach Hause? :-)
Darum dieser Blog.
Jetzt ein bisschen Allgemeines zum Thema Sabbatical und Fernwandern.
Es ist mein drittes Sabbatical. Ich weiß es zu schätzen, dass meine KollegInnen, die Chef-Etage und letztendlich der
Arbeitgeber mir das möglich machen. Wobei ich bei den Motiven nicht immer so sicher bin. Vielleicht ist ja manch eine(r) froh, dass ich wieder weg bin.
Natürlich gibt es ein solches Sabbatical nicht umsonst. Ich bin jetzt acht Monate weg und bekomme natürlich auch für acht Monate kein Geld, auch
wenn es sich diesmal auf 28 Monate verteilt.
Finanziell muss ich mich die 28 Monate schon ein wenig einschränken.
Und dann heißt es einfach, alle Ausgaben auf den Prüfstand stellen und gnadenlos den Rotstift ansetzen.
Dabei kommt es mir zu Gute, dass ich schon seit Jahren minimalistisch lebe.
Minimalismus heißt für mich aber nicht nur, sich von Dingen zu trennen, sondern in erster Linie nur noch das zu kaufen, was ich wirklich brauche. Das führte mich auch zur Challenge in 2025, max. 12 Gegenstände pro Jahr, d. h. einen Gegenstand im Monat, kaufen oder schenken lassen :-)
Wer glaubt, das ist doch nur noch meschugge ... stimmt, aber es geht noch besser :-)
Warum Fernwandern ... mmmhhh ...
Zu Fuß nimmst Du Land und Leute so direkt, so hautnah, unverfälscht, in all seinen Facetten wahr ...
Mal abgesehen davon, dass ich bei vielen Menschen ein Stein im Brett hatte, als ich erzählt habe, dass ich von zu Hause zum Nordkap laufen
wollte.
Für mich ist monatelanges Unterwegssein das Maximum an Freiheit, die ich mir vorstellen kann.
Darüber macht das Fernwandern einem bewusst, wie wenig der Mensch doch wirklich braucht, die Reduktion auf das Wesentliche ... was esse ich heute, wo bekomme ich Wasser her, wo schlafe ich heute und wo geht es morgen hin.
Und da macht es mir nichts aus, dass ich beispielsweise nur zwei T-Shirts, ein Longsleeve, zwei Hosen, eine Jacke dabei habe. Da kann es dann schon
mal sein, dass ich die Wanderhose einen Monat lang täglich anhabe.
Aber es erspart einem auch die Frage morgens ... was ziehe ich heute an und passt die Hose zum Oberteil. 😋
Zum Schluss noch das Thema Freunde, Bekannte, Verwandte: So lange mein Junior noch klein war, wäre es für mich nicht in Frage gekommen (Kinder würde ich als Antwort gelten lassen, obwohl ich mal mit einer zusammen war, die mit ihren Kindern 6 Monate in den USA herumgereist ist). Jetzt aber, wo er seine eigenen Wege geht ... ist auch diese "Antwort" weggefallen. Verwandte bleiben dir ja sowieso erhalten und bei richtigen Freunden/Bekannten sind mehrere Monate kein Problem. Alle anderen kannst du sowieso vergessen. Und mal so ganz nebenbei. Man gewinnt auch neue Freunde, gell Carmen. 😊
Und für genau diese Menschen schreibe ich den Blog.
So kann ich jedem nur den Rat geben: Macht euch einfach auf den Weg.
p. s. die Bilder unten zeigen den Tom und zwar nach seiner erfolgreichen Reise nach Rom ... sämtlicher Sünden erlassen und rein wie ein Engel, bei der Alpenüberquerung auf dem E5, nach dem es über Nacht 50 cm Neuschnee gegeben hat und das im Juli und an der polnischen Ostseeküste.